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Brustpanzer Churburg aus 1,6mm Stahl
Brustpanzer Churburg aus 1,6mm Stahl
319.90 CHF
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Gotische Halbrüstung aus 1mm Stahl
Gotische Halbrüstung aus 1mm Stahl
649.90 CHF
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Das eiserne Bollwerk: Warum ein massiver Harnisch die wichtigste Zutat für Euren Torso ist

Ein Brustpanzer hält einen Hieb nicht auf — er schickt ihn weg. Das ist der ganze Trick, und er ist eine der elegantesten Lösungen der Technikgeschichte: Jede Wölbung, jeder Mittelgrat, jede Kannelierung ist dazu da, eine auftreffende Klinge seitlich abgleiten zu lassen, bevor sie ihre Energie überhaupt abgeben kann. Deshalb schützt ein gewölbtes Blech von 1,6 mm besser als eine flache Platte von 3 mm, und deshalb wiegt ein vollständiger Feldharnisch weniger, als die meisten Menschen vermuten.

Daraus folgt die wichtigste Kaufregel dieser Kategorie, und sie klingt zunächst unlogisch: Die Form ist wichtiger als die Dicke. Ein Panzer, der auf Eurem Brustkorb aufliegt statt ihn zu umschliessen, verliert genau die Geometrie, die ihn schützt — und drückt zusätzlich auf den Rippenbogen, sobald Ihr Euch drehen wollt. Deshalb ist die Passform hier keine Frage der Bequemlichkeit, sondern der Funktion.

Zur Materialstärke, damit Ihr nicht am falschen Ende spart: Wir führen von 1 mm bis 1,6 mm Stahl. Ein Millimeter ist die LARP- und Kostümstärke — leicht, bezahlbar, optisch hervorragend, aber nicht für Vollkontakt gebaut. 1,2 bis 1,3 mm ist der solide Reenactment-Bereich. 1,6 mm ist die Stärke, in der ernsthaft gefochten wird. Verlasst Euch dabei nicht auf die Optik, sondern auf die Angabe Einsatzbereich im Artikel: Sie unterscheidet zwischen Dekoration, Kostüm, LARP, Reenactment, Training, Schaukampf (leicht) und Schaukampf (schwer). Nur was ausdrücklich für „schwer" ausgewiesen ist, gehört in den harten Kontakt. Die Erklärung der Klassen steht auf unserer Seite zur Schaukampf-Klassifizierung. Wer Optik ohne Gewicht will, findet zudem Stücke aus Aluminium — rund ein Drittel des Gewichts, ideal für Bühne, Umzug und Darstellung, ausdrücklich nicht für den Kampf. Und wer die Pflege minimieren will, greift zu Edelstahl.

Von der Antike zum Rittertum: Muskelpanzer und Lorica Segmentata

Bei der Lorica Segmentata bieten wir eine Unterscheidung an, die sonst kaum ein Händler führt und die über die Qualität einer römischen Darstellung entscheidet: die Typologie nach Fundort. „Lorica Segmentata" ist nämlich kein einzelner Panzer, sondern eine Entwicklungsreihe über rund zweihundert Jahre, und die Forschung benennt ihre Stufen nach den Orten, an denen die Originale gefunden wurden. Wir führen alle drei zentralen Typen: Kalkriese, die früheste Form nach dem Schlachtfeld der Varusschlacht — mit Bronzescharnieren und Riemenverschlüssen, richtig für die augusteische Zeit. Corbridge A, die klassische Ausführung des 1. und 2. Jahrhunderts nach dem Depotfund am Hadrianswall, bei uns in 1,2 mm und 1,3 mm Stahl sowie in 1,2 mm Edelstahl. Und Newstead, die spätere, vereinfachte Form mit weniger Bauteilen. Wer eine Gruppe aufbaut, sollte sich vorher auf einen Typ einigen — ein Trupp, in dem Kalkriese neben Newstead steht, überspannt zwei Jahrhunderte Militärgeschichte.

Eine ehrliche Einordnung dazu: Die Segmentata bot dem Legionär hervorragenden Schutz an Schultern, Brust und Rücken — die Bereiche, die im Nahkampf zuerst getroffen werden. Was sie nicht tat, war den Körper lückenlos schliessen: Unterleib, Oberschenkel und Arme blieben frei, und ihre vielen inneren Lederbänder machten sie wartungsintensiv. Sie war auch nie die einzige Panzerung der Legion. Parallel und weit länger in Gebrauch waren das Kettenhemd — die Lorica Hamata, die Ihr bei den Kettenrüstungen findet — und der Schuppenpanzer. Letzteren führen wir gleich zweifach: als Römischen Schuppenpanzer Lorica Squamata aus Messing und als Zweiteiligen römischen Schuppenpanzer. Für den Nachwuchs gibt es die Römerrüstung Lorica Segmentata für Kinder.

Der Griechische Muskelbrustpanzer und der Spartanische Muskelpanzer stehen für eine ganz andere Idee: Rüstung als idealisierter Körper. Auch hier ein Hinweis für Darsteller, die es genau nehmen: Die antiken Originale waren aus Bronze getrieben, unsere Stücke sind aus 1,2 mm Stahl gefertigt — optisch überzeugend und deutlich robuster, materialgeschichtlich aber eine moderne Interpretation. Der Muskelpanzer war zudem kein Massenartikel der Phalanx, sondern das Stück des Offiziers und Wohlhabenden. Die passenden antiken Helme und Schilde findet Ihr in den jeweiligen Abteilungen.

Für das Rittertum trennen wir zwei Schulen, und diese Entscheidung prägt Eure gesamte Erscheinung. Die italienische Schule ist rund, glatt und grossflächig, oft asymmetrisch — gebaut, um alles abgleiten zu lassen: bei uns als Mailänder Harnisch 15. Jahrhundert, Italienischer Plattenharnisch 15. Jahrhundert und als Brustpanzer Churburg in 1,6 mm und 1 mm, benannt nach der Südtiroler Burg mit der weltweit bedeutendsten erhaltenen Rüstkammer des 14. und 15. Jahrhunderts. Die gotische Schule aus dem deutschsprachigen Raum ist schlanker, kanneliert und spitz auslaufend: Gotischer Harnisch, Gotischer Brust- und Rückenpanzer, Gotischer Harnisch mit Beintaschen. Mischt die beiden nicht — ein italienischer Brustpanzer unter gotischen Schulterstücken fällt jedem Kenner sofort auf.

Die Anatomie des Schutzes: Plattenharnisch und Lamellenpanzer

Die Frage, die uns zu dieser Kategorie am häufigsten erreicht, lautet: Reicht ein Brustpanzer? — und die Antwort ist in den meisten Fällen nein. Ein Brustpanzer allein lässt den Rücken offen, und der Rücken ist genau die Fläche, die Ihr zeigt, sobald Ihr Euch wendet, ausweicht oder mit mehreren Gegnern zu tun habt. Prüft deshalb den Lieferumfang: Wir kennzeichnen klar, ob ein Artikel nur die Brustplatte umfasst oder Brust und Rücken. Der Gotische Brust- und Rückenpanzer ist ein solches Paar; einzelne Rückenteile wie den Rückenpanzer Warrior führen wir auch separat, um bestehende Ausrüstung zu ergänzen.

Der zweite verbreitete Irrtum betrifft die Länge. Ein Brustpanzer endet an der Taille — darunter beginnt eine Zone, die nichts deckt. Historisch schloss der Plattner sie mit dem Bauchreifen, den geschobenen Bändern unterhalb der Brustplatte, und mit Beintaschen, den hängenden Platten über den Oberschenkeln. Wir bilden das ab: der Brustpanzer mit Magenblech in 1,6 mm verlängert die Deckung nach unten, der Gotische Harnisch mit Beintaschen und der Harnisch mit Beintaschen 16. Jahrhundert bringen beides gleich mit. Wer separat ergänzen will, findet Beintaschen und Oberschenkelschutz bei den Plattenrüstungen für Beine & Füsse.

Und dann gibt es die Gattung, die in der Schweiz besonders viel Sinn ergibt: die Halbrüstung. Als die Eidgenossen im Gevierthaufen kämpften — bei Novara 1513 auf dem Höhepunkt ihres Rufs — trug die Masse der Reisläufer kein vollständiges Beinzeug. Es hätte sie im dichten Haufen nur behindert. Was sie trugen, war Helm, Brustharnisch und oft nicht mehr. Genau diese Konfiguration ist die Gotische Halbrüstung: Oberkörperschutz ohne Beinzeug, leichter, günstiger und beweglicher als der volle Harnisch — und für Fussdarstellungen historisch nicht die Sparversion, sondern die richtige Lösung.

Die dritte Bauweise arbeitet nach einem völlig anderen Prinzip. Der Frühmittelalterliche Lamellenpanzer Typ Birka besteht nicht aus grossen Blechen, sondern aus hunderten kleinen, überlappenden und verschnürten Plättchen. Das kostet Fläche pro Treffer, gibt dafür aber eine Beweglichkeit im Rumpf, die keine Brustplatte erreicht. Der Typ trägt seinen Namen nach den über siebenhundert Lamellenplättchen aus der Garnison von Birka auf der schwedischen Insel Björkö — dem harten Beleg dafür, dass Lamellenrüstung in der Wikingerzeit im Norden tatsächlich getragen wurde. Die Faustregel lautet: Wer viel steht und Schläge frontal nimmt, fährt mit der Platte besser; wer sich viel dreht, bückt und bewegt, mit dem Lamellenpanzer.

Für Fantasy und LARP führen wir schliesslich die geschlossenen Linien Warrior, Warrior Epic Dark, Dark Drake, Harnisch Plünderer und den ledernen Brustpanzer Rogue Epic Dark — jeweils mit passenden Schultern, Armen und Beinen in den anderen Zonen, sodass sich eine Figur ohne Stilbrüche aufbauen lässt. Die passenden Waffen stehen in der LARP-Abteilung.

Eine Sache gehört unter jeden Torsopanzer, und sie ist nicht verhandelbar: ein Gambeson. Stahl hält die Klinge auf, aber die Wucht geht ungebremst weiter — Prellungen und gebrochene Rippen entstehen unter völlig intakter Rüstung. Der Gambeson dämpft, verteilt das Gewicht auf die Schultern statt auf die Kanten, verhindert Scheuern und ist der Punkt, an dem Riemen überhaupt angebunden werden. Historisch korrekt und praktisch bewährt ist die Schichtung Textil — Kette — Platte.

Werterhalt durch ritterliche Pflege: So bleibt Euer Torso-Schutz einsatzbereit

Beim Torsopanzer sitzt das Rostproblem innen. Er liegt grossflächig am Körper, er fängt den Schweiss eines ganzen Tages, und die Innenseite sieht niemand. Wer nur die glänzende Aussenfläche poliert, entdeckt den Schaden erst, wenn er sich durchgearbeitet hat.

Der Ablauf nach jedem Einsatz, in dieser Reihenfolge: Erstens — das Stück abnehmen und die Riemen lösen, statt alles im Ganzen wegzustellen. Zweitens — innen zuerst trockenreiben, dann aussen, besonders in den Schüben des Bauchreifens und unter den Beschlägen, wo Feuchtigkeit stehen bleibt. Drittens — einen dünnen Ölfilm auftragen; Ballistol Universalöl ist dafür Standard und günstig. Dünn heisst wirklich dünn, denn ein dicker Film bindet Staub und wird zur Schleifpaste. Viertens — offen und luftig lagern auf einem Rüstungsständer, niemals eingewickelt oder in geschlossener Kiste. Ist Flugrost schon da, löst ihn ein Entroster, ohne den gesunden Stahl anzugreifen; vor jeder Neubehandlung gehört die Fläche mit einem Kaltentfetter absolut fettfrei gemacht. Alles dafür steht unter Pflege & Reinigung, die ausführliche Anleitung auf unserer Seite Reinigung & Pflege.

Und der Punkt, an dem ein Harnisch tatsächlich versagt, ist fast nie der Stahl. Es sind die Lederriemen und Nieten, die Brust- und Rückenteil verbinden und die geschobenen Bänder zusammenhalten. Sie arbeiten bei jedem Anlegen, bei jeder Drehung, bei jedem Treffer, und sie reissen an der Lochreihe. Ein gerissener Schulterriemen lässt den ganzen Panzer verrutschen — womit er nicht nur nichts mehr schützt, sondern die Armführung blockiert. Prüft die Lederteile vor jeder Saison, fettet sie wie Rüstungsleder und tauscht sie aus, bevor sie versagen. Ersatzriemen und Nieten findet Ihr bei den Rüstungsteilen.

Drachenhort – Schweizer Shop für Brust- und Rückenpanzer aus Platte

Bei Torsopanzern zahlt sich ein Schweizer Lager stärker aus als bei fast jeder anderen Warengruppe: Diese Stücke sind schwer, sperrig und nicht billig — genau die Kombination, bei der Zoll, Einfuhrsteuer und Speditionsaufschlag aus einem guten Preis einen schlechten machen, und bei der eine Rücksendung wegen falscher Passform richtig unangenehm wird. Wir versenden direkt aus der Schweiz; was sofort lieferbar ist, verlässt unser Lager in der Regel am nächsten Werktag, und bei Bestellartikeln nennen wir die Lieferfrist offen auf der Produktseite.

Und einen Brustpanzer sollte man anprobiert haben, bevor man ihn kauft — mit dem Gambeson, den man wirklich tragen wird. Der Unterschied zwischen „passt" und „passt darüber" beträgt mehrere Zentimeter im Brustumfang, und er entscheidet darüber, ob Ihr Euch noch drehen könnt. In unserem Showroom in Kirchberg legt Ihr die Panzer an, hebt die Arme, dreht den Oberkörper und atmet einmal tief durch — drei Bewegungen, die mehr sagen als jede Produktbeschreibung. Alle Masse von S bis XL/XXL findet Ihr in unseren Grössentabellen; für Vereine, Ensembles und Veranstalter gelten unsere Mengen- & Firmenrabatte.

Ob Ihr wissen wollt, welcher Segmentata-Typ zu Eurer Darstellung gehört, ob Halbrüstung oder voller Harnisch das Richtige ist, oder wie Brust- und Rückenteil sauber miteinander verschnallt werden: Fragt uns. Wir tragen dieses Zeug selbst — und sagen Euch auch dann ehrlich, was Ihr braucht, wenn die ehrliche Antwort das schlichtere Stück ist.

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