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Römerschilde – das Scutum und seine Verwandten

Wenn man an römische Ausrüstung denkt, denkt man an das Scutum: den grossen, rechteckigen und deutlich gekrümmten Schild der Kaiserzeit. Er ist so sehr zum Sinnbild der Legion geworden, dass darüber leicht vergessen geht, dass Rom auch andere Formen kannte — die kleine runde Parma der Leichtbewaffneten und Reiter, den Clipeus der späteren Infanterie, dazu ovale und sechseckige Schilde der Hilfstruppen.

Warum das Scutum gekrümmt ist

Die Wölbung ist kein Zierrat. Sie legt sich um den Körper und deckt damit auch die Flanken, die ein flacher Schild derselben Breite offenlassen würde. Der Legionär steht dadurch in einer Art Halbröhre und bietet von vorn kaum Angriffsfläche.

Gehalten wird das Scutum an einem waagrechten Griff hinter dem Umbo — also in der Faust, nicht am Unterarm. Das macht es beweglich und erlaubt etwas, das viele unterschätzen: Ein Scutum ist keine Deckung, hinter der man wartet, sondern ein Rammwerkzeug. Der Legionär stiess damit gegen den Gegner, brachte ihn aus dem Gleichgewicht und arbeitete im selben Moment mit dem Gladius aus der Deckung heraus. Schild und Kurzschwert waren ein System, keine zwei Ausrüstungsstücke.

Aus derselben Bauform ergibt sich die berühmteste Formation der Antike: Bei der Schildkröte schlossen die Männer der vorderen Reihe ihre Scuta zu einer Wand, die dahinter hoben sie über die Köpfe. Nur eine rechteckige, gleichmässig gekrümmte Form lässt sich so lückenlos zusammenschieben — mit Rundschilden funktioniert es nicht.

Sperrholz, zweitausend Jahre zu früh

Das erhaltene Scutum aus Dura Europos im heutigen Syrien, gefunden in einer verschütteten Befestigung des 3. Jahrhunderts, ist das einzige nahezu vollständige Exemplar weltweit — und es hat die Fachwelt überrascht. Sein Korpus besteht aus drei Lagen dünner Holzstreifen, kreuzweise verleimt und anschliessend mit Leinen und Leder überzogen.

Das ist, in der Sache, Sperrholz. Die Römer nutzten ein Konstruktionsprinzip, das erst im 19. Jahrhundert industriell wiederentdeckt wurde — weil es genau das leistete, was ein Schild braucht: leicht, formstabil und schwer zu spalten.

Wer in der Schweiz römisch darstellt, hat übrigens einen der besten Bezugspunkte vor der Haustür: Vindonissa bei Windisch war das einzige Legionslager auf heutigem Schweizer Boden und hat eine der reichhaltigsten Sammlungen römischer Militärausrüstung nördlich der Alpen hinterlassen.

Worauf es beim Kauf ankommt

Die Krümmung. Ein historisch stimmiges Scutum ist gewölbt. Flache Ausführungen sind einfacher zu fertigen und günstiger, wirken aber im Vergleich sofort erkennbar vereinfacht. Wenn Authentizität zählt, ist das der erste Punkt, auf den Ihr schauen solltet. Grösse und Gewicht. Ein Scutum ist ein grosses Stück — meist um die 100 bis 120 Zentimeter hoch — und bringt mehrere Kilogramm auf die Waage. Das war schon in der Antike so und gehört zur Sache. Nur will es transportiert werden: Ein gewölbter Schild dieser Grösse ist im Auto sperriger, als man denkt. Umbo und Randverstärkung. Der metallene Schildbuckel schützt die Hand und ist zugleich das, womit gestossen wird. An der Kante nimmt ein Schild die meisten Treffer — achtet auf saubere Verstärkung. Die Bemalung. Das klassische Rot mit Flügeln, Blitzbündeln und Kranz ist die bekannteste Variante, aber nicht die einzige. Unbemalte Ausführungen sind die richtige Wahl, wenn Ihr die Zeichen Eurer Gruppe oder einer bestimmten Legion selbst auftragen wollt.

Was zur römischen Darstellung gehört

Der Schild ist ein Teil eines Ganzen, das sich gut zusammenstellen lässt: dazu gehören ein römischer Helm, ein Gladius und eine Kettenrüstung als Lorica Hamata. Und für alle, die es genau nehmen: Bei den Rüstungsteilen führen wir Haken und Knöpfe für die Lorica Hamata nach dokumentierten Fundtypen — Camulodunum, Dangstetten, Chassenard. Damit lässt sich ein serienmässiges Kettenhemd auf einen bestimmten Zeitschnitt bringen.

Drachenhort – Schweizer Shop für Römerschilde

Im Drachenhort führen wir römische Schilde in verschiedenen Ausführungen und Bemalungen. Wir achten auf saubere Randverarbeitung, feste Umbos und Holz, das etwas aushält. Bei Fragen zur passenden Form für Eure Darstellung, zu Grösse oder Gewicht beraten wir Euch gerne — und im Showroom in Kirchberg könnt Ihr ein Scutum einmal halten. Auf dem Bildschirm unterschätzt man sowohl seine Grösse als auch seine Wirkung.

Entdeckt jetzt unsere Römerschilde und stellt Euch in die Reihe.

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