Rundschilde – die älteste Form und die verbreitetste
Fast jede Kultur, die Schilde gebaut hat, hat mit runden angefangen. Das ist kein Zufall: Der Kreis deckt bei gegebenem Materialeinsatz die grösste Fläche, er hat keine Ausrichtung, die man beachten müsste, und er lässt sich aus geraden Brettern ohne besonderes Werkzeug herstellen.
Deshalb steht in dieser Kategorie eine ungewöhnlich breite Auswahl nebeneinander — vom wikingerzeitlichen Schildwall über das griechische Hoplitenschild bis zur schottischen Targe. Was sie verbindet, ist der Umriss. Was sie unterscheidet, ist etwas, das man auf dem Bild nicht sieht.
Derselbe Umriss, drei verschiedene Griffe
Wie ein Rundschild gehalten wird, entscheidet darüber, wie damit gekämpft wird — und die drei Traditionen in dieser Kategorie lösen das völlig verschieden. Der Wikingerschild hat einen Faustgriff in der Mitte, hinter dem hohlen Eisenbuckel. Er liegt beweglich in der Hand, lässt sich drehen, vorschieben und aktiv gegen die gegnerische Waffe führen. Das griechische Hoplitenschild hat einen Doppelgriff: einen Bronzebügel für den Unterarm in der Mitte und einen Handgriff am Rand. Der Arm steckt also im Schild, und die Hand fasst aussen. Damit ragt die halbe Schildfläche über die linke Körperseite hinaus — und deckt den Nebenmann. Die schottische Targe wird mit Riemen am Unterarm getragen. Die Hand bleibt frei und konnte einen Dolch führen.
Der Wikingerschild – dünn, leicht und zum Arbeiten gedacht
Wer zum ersten Mal einen originalgetreuen Wikingerschild in der Hand hält, ist meist überrascht, wie dünn er ist. Die Bretter der Funde messen oft nur sechs bis zehn Millimeter. Das war kein Sparen am Material, sondern Absicht: Ein leichter Schild lässt sich schnell führen, und ein Wikingerschild war ein Werkzeug, kein Bollwerk. Er sollte Schläge ableiten und Klingen fangen — dass er dabei Schaden nahm, war eingeplant.
Die bekannteste Quelle dazu liegt in Norwegen. Im Gokstad-Schiff fanden sich vierundsechzig Schilde, entlang der Bordwände aufgereiht und abwechselnd gelb und schwarz bemalt. Sie geben bis heute Durchmesser, Aufbau und Farbgebung für nahezu jede Wikingerdarstellung vor.
Vom Hoplitenschild zur schottischen Targe
Das Aspis, im Deutschen meist Hoplitenschild genannt, ist der schwerste Schild in dieser Kategorie: rund einen Meter im Durchmesser, tief geschüsselt, ein Holzkern mit Bronzeauflage, mehrere Kilogramm schwer. Allein ist er unhandlich — im Verband ist er unschlagbar. Weil jeder Hoplit die Hälfte seines Schildes über den Nachbarn zur Linken schiebt, schützt die Phalanx sich gegenseitig. Wer aus der Reihe tritt, nimmt seinem Nebenmann die Deckung weg. Kaum ein Ausrüstungsstück der Antike sagt so viel über eine Gesellschaft aus wie dieses.
Die schottische Targe liegt am anderen Ende: klein, rund fünfzig Zentimeter, aus Holz mit Lederbezug und häufig mit Messingnägeln beschlagen, manchmal mit einem Dorn in der Mitte. Der Highlander führte sie am linken Unterarm, das Breitschwert in der Rechten — und nicht selten einen Dolch in der linken Hand hinter dem Schild. Nach der Niederlage bei Culloden 1746 verbot das Entwaffnungsgesetz ihren Besitz, und ein Grossteil der erhaltenen Stücke ging damals verloren.
Worauf es beim Kauf ankommt
Durchmesser und Gewicht. Die Spanne in dieser Kategorie ist gross — von der fünfzig Zentimeter kleinen Targe bis zum Meter des Hoplitenschilds. Klärt zuerst, welche Grösse Eure Darstellung verlangt, und rechnet das Gewicht auf einen ganzen Markttag hoch. Die Griffart. Faustgriff oder Armriemen ist keine Geschmacksfrage, sondern hängt an der Darstellung. Ein Wikingerschild mit Armriemen ist so falsch wie ein Hoplitenschild mit Faustgriff. Randverstärkung. Der Rand nimmt die meisten Treffer. Rohhaut ist die historische und gleichzeitig zäheste Lösung, Metallkanten sind robuster im Schaukampf. Bemalung oder unbemalt. Wer eigene Motive auftragen oder ein Gruppenzeichen führen will, greift zum unbemalten Schild — bei Rundschilden die häufigste und dankbarste Bastelarbeit.
Was dazu passt
Zur Wikingerdarstellung gehören ein Kettenhemd, ein Spangenhelm und ein Speer oder ein Wikingerschwert. Wer es genau nimmt, findet bei den Rüstungsteilen Stahlschuppen für die Birka-Lamellenrüstung. Für die berittene Darstellung des Hochmittelalters führen wir Mandel- und Normannenschilde, für das Fechten mit dem Faustschild die Buckler.
Drachenhort – Schweizer Shop für Rundschilde
Im Drachenhort führen wir Rundschilde in verschiedenen Durchmessern, Aufbauten und Bemalungen. Wir achten auf saubere Randverarbeitung, feste Buckel und Holz, das etwas aushält. Bei Fragen zu Grösse, Griffart oder Eignung für Eure Darstellung beraten wir Euch gerne — und im Showroom in Kirchberg könnt Ihr einen Schild einmal führen statt nur ansehen. Bei einem Rundschild merkt man den Unterschied zwischen Faustgriff und Armriemen in der ersten Sekunde.
Entdeckt jetzt unsere Rundschilde — die Form, mit der alles angefangen hat.

