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Gotische Kniekacheln aus 1,6mm Stahl
Gotische Kniekacheln aus 1,6mm Stahl
249.90 CHF
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Gotische Panzerhandschuhe
Gotische Panzerhandschuhe
209.90 CHF
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Unbezwingbarer Stahl: Warum Mittelalter Plattenrüstungen die wichtigste Zutat für Eure Überlegenheit sind

Die Vollplatte ist der Punkt, an dem die Rüstungsgeschichte ihr Ziel erreicht hat. Jahrhundertelang hatten Schmiede versucht, Deckung durch mehr Material zu erkaufen — und dabei immer Beweglichkeit verloren. Der Plattenharnisch des 15. Jahrhunderts löst das Problem anders: Er hält einen Hieb nicht auf, er lässt ihn abgleiten. Jede Wölbung, jede Kannelierung, jeder Grat ist dazu da, die Energie seitlich wegzuführen, statt sie aufzunehmen. Deshalb wiegt ein vollständiger Feldharnisch weniger als der Rucksack eines heutigen Infanteristen — und deshalb konnte ein trainierter Träger darin rennen, aufsitzen und aufstehen.

Weil bei Stahl Fehlkäufe teuer sind, sagen wir die wichtigste Sache gleich zu Beginn: Die Materialstärke entscheidet über alles. Unser Sortiment reicht von 0,3 bis 4 mm, und dieser Bereich umfasst grundverschiedene Welten. 1 mm ist die Stärke der LARP- und Kostümlinien — leicht, bezahlbar, optisch hervorragend, aber nicht für Vollkontakt gebaut. 1,2 bis 1,3 mm ist der solide Reenactment-Bereich. 1,5 bis 1,6 mm ist die Stärke, in der ernsthaft gefochten wird. 1,8 bis 2 mm ist schwerer Kontakt — dort, wo ein Streithammer auf ein Knie trifft. Prüft deshalb bei jedem einzelnen Artikel die Angabe Einsatzbereich: Sie unterscheidet sauber zwischen Dekoration, Kostüm, LARP, Reenactment, Training, Schaukampf (leicht) und Schaukampf (schwer). Ein Stück, das nur bis „leicht" ausgewiesen ist, gehört nicht in den Buhurt — egal wie massiv es aussieht. Was die Klassen bedeuten, erklären wir auf unserer Seite zur Schaukampf-Klassifizierung.

Neben der Stärke lohnt der Blick auf das Material: Wir führen Stahl, polierten Stahl, Edelstahl — der praktisch nicht rostet und die Pflege drastisch vereinfacht — sowie Messing für antike Stücke und Aluminium, das bei gleicher Optik nur rund ein Drittel wiegt. Aluminium ist die richtige Wahl für Darstellung, Bühne und lange Umzüge, aber ausdrücklich nicht für den Kampf; es verformt sich unter Schlag und federt nicht zurück.

Von der Legion zum Hochadel: Lorica Segmentata und Ritterrüstungen

Bei der Lorica Segmentata führen wir eine Unterscheidung, die den Unterschied zwischen einer guten und einer beliebigen Darstellung ausmacht — und die man sonst kaum irgendwo bekommt: die Typologie nach Fundort. Denn „Lorica Segmentata" ist kein einzelner Panzer, sondern eine Entwicklungsreihe über rund zweihundert Jahre, und die Archäologie benennt ihre Stufen nach den Orten, an denen sie gefunden wurden. Wir führen alle drei zentralen Typen:

Den Typ Kalkriese — die früheste Form, benannt nach dem Schlachtfeld der Varusschlacht, mit Bronzescharnieren und Riemenverschlüssen; wer die augusteische Zeit darstellt, braucht diesen. Den Typ Corbridge, die klassische Ausführung des 1. und 2. Jahrhunderts, benannt nach dem Depotfund am Hadrianswall — bei uns in 1,3 mm Stahl und in 1,2 mm Edelstahl, was ihn für Träger, die nicht ständig ölen wollen, deutlich alltagstauglicher macht. Und den Typ Newstead, die spätere, vereinfachte Form mit weniger Bauteilen. Wer eine römische Gruppe aufbaut, sollte sich vor dem Kauf auf einen Typ und damit auf ein Jahrhundert einigen — ein Trupp, in dem Kalkriese neben Newstead steht, überspannt zweihundert Jahre Militärgeschichte.

Die Segmentata war dabei nie die einzige und wohl auch nie die häufigste Panzerung der Legion. Parallel und weit länger in Gebrauch waren das Kettenhemd — die Lorica Hamata, die Ihr bei den Kettenrüstungen findet — und der Schuppenpanzer, die Lorica Squamata, die wir als Zweiteiligen römischen Schuppenpanzer führen. Dazu kommen der Römische Armschutz Manica aus 1 mm Messing, der segmentierte Armschutz der Gladiatoren und Legionäre, die Beinschienen der römischen Prätorianer aus Messing und der Gladiatoren Kragen. Für die griechische Welt führen wir den Griechischen Muskelbrustpanzer, den Spartanischen Muskelpanzer und Griechische Beinschienen aus Messing — die Ausrüstung des Hopliten. Und für den Nachwuchs gibt es die Römerrüstung Lorica Segmentata für Kinder.

Und nun zum Ritterharnisch — hier lohnt sich für die Schweiz ein Blick auf die Handelsgeschichte: Die spätmittelalterlichen Eidgenossen schmiedeten ihre Harnische zum grossen Teil nicht selbst. Die guten Stücke kamen über den Gotthard aus Mailand, dem Zentrum der europäischen Plattnerei, sowie aus Innsbruck und Nürnberg. Genau diese Linie bilden wir ab: die Mailänder Plattenhandschuhe aus 2 mm Stahl und den Italienischen Plattenharnisch 15. Jahrhundert für die südliche Schule — rund, glatt, asymmetrisch, auf Abgleiten gebaut. Dagegen die deutsche, gotische Schule: Gotischer Harnisch, Gotischer Brust- und Rückenpanzer, Gotischer Harnisch mit Beintaschen, Gotisches Armzeug 16. Jahrhundert, Gotische Kniekacheln, Gotischer Ringkragen — schlank, kanneliert, mit spitz auslaufenden Formen. Wer historisch sauber arbeiten will, mischt diese beiden Schulen nicht. Die dritte grosse Referenz ist die Churburg in Südtirol, deren Rüstkammer die weltweit bedeutendste erhaltene Sammlung des 14. und 15. Jahrhunderts beherbergt: Brustpanzer Churburg in 1,6 mm und 1 mm, Plattenschultern Churburg, Stundenglashandschuhe Churburg und die Ritterrüstung aus Churburg.

Vollständige Sets führen wir ebenfalls: die Gotische Ritterrüstung mit Ständer, die Spätmittelalterliche Ritterrüstung, das Rüstungs-Set der Königsgarde sowie die Fantasy- und LARP-Vollrüstungen Merc, Warrior, Dark Drake und Komplettrüstung Rogue Epic Dark — alle im Bereich Rüstungs-Sets. Aus anderen Kulturkreisen kommen die Rüstung des Samuraikriegers Takeda Shingen und der Frühmittelalterliche Lamellenpanzer Typ Birka — Letzterer nach den über siebenhundert Lamellenplättchen benannt, die in der Garnison der schwedischen Wikingersiedlung Birka gefunden wurden.

Modularer Schutz aus Meisterhand: Plattenpanzer für Arme, Beine und Hals

Kauft keine Vollrüstung. Jedenfalls nicht zuerst. Das ist der ehrlichste Rat, den wir zu dieser Kategorie geben können, und er kostet uns kurzfristig Umsatz. Eine Vollrüstung, die nicht passt, ist unbrauchbar und lässt sich kaum weiterverkaufen; eine modular aufgebaute Rüstung wächst dagegen mit Euch, lässt sich Stück für Stück finanzieren und jedes Teil einzeln ersetzen. Unsere Kategorie ist deshalb in vier Körperzonen gegliedert, und die sinnvolle Reihenfolge ist diese:

Hals und Schultern zuerst — nicht Brust. Der Hals ist die einzige Zone, in der ein Treffer sofort lebensgefährlich wird, und er liegt genau in der Lücke zwischen Helmrand und Brustpanzer. Dafür führen wir zwei unterschiedliche Bauteile, die oft verwechselt werden: die Halsberge, die Hals und Schlüsselbeinbereich umschliesst — gotisch, hochmittelalterlich, spätmittelalterlich, klappbar, mit Nieten —, und den Ringkragen, die kompaktere Form des 15. Jahrhunderts, die zusätzlich das Gewicht der Schulterstücke aufnehmen kann. Dazu Schulterplatten und Plattenschultern in gotischer, mittelalterlicher und Fantasy-Ausführung.

Arme und Hände als zweites — weil sie statistisch am häufigsten getroffen werden. Hier reicht die Auswahl von einfachen Unterarmschienen über Ellbogenkacheln bis zum kompletten Armzeug, das Ober- und Unterarm mit artikulierter Ellbogenkachel verbindet. Bei den Handschuhen gibt es eine Entscheidung, die niemand für Euch treffen kann: Der Panzerfäustling — die Stundenglasform, bei der die Finger unter einer gemeinsamen Schiene liegen — schützt deutlich besser, lässt aber nur noch Greifen zu. Der Fingerhandschuh, etwa die Panzerhandschuhe Visby Typ III oder die Hentzen, gibt Euch die Hand zurück, kostet aber Deckung an den Fingergliedern. Die Visby-Stücke tragen ihren Namen übrigens nach dem Massengrab von Visby auf Gotland, dem am besten dokumentierten Schlachtfeldfund des Mittelalters — dort weiss man ziemlich genau, welche Verletzungen tatsächlich vorkamen.

Brust und Rücken als drittes. Und hier der Punkt, an dem die meisten sparen und es später bereuen: Ein Brustpanzer allein deckt den Rücken nicht. Wer ihn ohne Rückenteil trägt, hat in jeder Wendung eine offene Fläche. Prüft deshalb, ob ein Artikel als Brustpanzer oder als Brust- und Rückenpanzer geliefert wird — bei uns steht das im Lieferumfang.

Beine und Füsse zum Schluss: Beintaschen und Oberschenkelschutz für die Lücke unter dem Harnisch, Kniekacheln und Kniebuckel für das Gelenk, Beinschienen und vollständiges Beinzeug für den Unterschenkel — und schliesslich Sabatons, die Panzerschuhe des 14. Jahrhunderts, deren lange Spitzen zum Reiten abgenommen werden konnten.

Eine Sache gehört unter jedes Stück Stahl, und sie ist nicht optional: ein Gambeson. Plattenrüstung ohne Polsterung darunter ist kein sparsamer Aufbau, sondern ein gefährlicher: Der Stahl hält die Klinge auf, aber die Wucht geht ungebremst in den Körper — Prellungen und Brüche entstehen unter intakter Rüstung. Zusätzlich verteilt der Gambeson das Gewicht, verhindert Scheuern und ist der Punkt, an dem die Riemen und Nestellöcher überhaupt angebunden werden. Historisch korrekt und praktisch bewährt ist die Schichtung Textil — Kette — Platte, und die Jackenkette, die wir in 1 mm und 2 mm führen, ist genau für diese Zwischenlage gemacht. Ergänzende Kleinteile, Riemen und Nieten stehen bei den Rüstungsteilen, Helme bei den Helmen, Schilde bei den Schilden.

Werterhalt durch ritterliche Pflege: So bleibt Euer Stahl glänzend

Blankstahl beginnt zu rosten, sobald er Feuchtigkeit sieht — und der gefährlichste Feuchtigkeitsträger ist nicht der Regen, sondern Euer eigener Schweiss. Er ist salzhaltig, er sammelt sich an den Innenseiten und unter den Riemen, und dort seht Ihr ihn nicht.

Der Ablauf nach jedem Einsatz, in dieser Reihenfolge: Erstens — die Rüstung zerlegen, nicht als Ganzes wegstellen. Zweitens — trockenreiben, innen wie aussen, besonders unter den Beschlägen und in den Scharnieren. Drittens — einen dünnen Ölfilm auftragen; Ballistol Universalöl ist dafür Standard und günstig. Dünn heisst wirklich dünn: Ein dicker Ölfilm bindet Staub und wird zur Schleifpaste. Viertens — offen und luftig lagern, niemals in einer geschlossenen Kiste oder eingewickelt, weil sich dort Kondenswasser sammelt. Ein Rüstungsständer ist deshalb kein Möbelstück, sondern Werterhalt.

Ist der Rost schon da, hilft ein Entroster statt roher Gewalt — er löst die Oxidschicht, ohne den gesunden Stahl anzugreifen. Vor jeder Neubehandlung, erst recht vor einer Brünierung, gehört die Fläche mit einem Kaltentfetter absolut fettfrei gemacht, sonst haftet nichts. Alles dafür findet Ihr unter Pflege & Reinigung, die ausführliche Anleitung auf unserer Seite Reinigung & Pflege. Wer sich diese Arbeit sparen will, greift von vornherein zu Edelstahl — etwa der Lorica Segmentata Corbridge A — oder zu brünierten und geschwärzten Ausführungen wie den Epic-Dark-Linien.

Und noch ein Punkt, der bei Plattenrüstung wichtiger ist als bei jedem anderen Material: Nicht der Stahl versagt, sondern das Leder. Jede Platte hängt an Riemen, Schnallen und Nieten — und diese arbeiten bei jedem Anlegen, bei jeder Bewegung, bei jedem Treffer. Ein gerissener Riemen lässt eine Kachel verrutschen, und eine verrutschte Kniekachel schützt gar nichts mehr. Prüft die Lederteile vor jeder Saison, fettet sie wie Rüstungsleder und tauscht sie aus, bevor sie reissen. Ersatzriemen und Nieten stehen bei den Rüstungsteilen.

Drachenhort – Schweizer Shop für Plattenrüstungen

Bei Plattenrüstungen zahlt sich ein Schweizer Lager stärker aus als bei jeder anderen Warengruppe. Diese Stücke sind schwer, sperrig und teuer — genau die Kombination, bei der eine Auslandsbestellung mit Zoll, Einfuhrsteuer und Speditionsaufschlag aus einem guten Preis einen schlechten macht, und bei der eine Rücksendung wegen falscher Passform richtig unangenehm wird. Wir versenden direkt aus der Schweiz; was sofort lieferbar ist, verlässt unser Lager in der Regel am nächsten Werktag, und bei Bestellartikeln nennen wir die Lieferfrist offen auf der Produktseite.

Und bei Stahl gibt es einen Unterschied, den man nur körperlich versteht: Zwischen einem Brustpanzer aus 1 mm und einem aus 1,6 mm liegen keine 0,6 Millimeter, sondern zwei völlig verschiedene Erfahrungen — im Gewicht, im Klang, im Verhalten unter Schlag. In unserem Showroom in Kirchberg könnt Ihr sie nebeneinander anlegen, die Arme heben, den Kopf drehen und feststellen, ob die Halsberge unter Eurem Helm wirklich Platz hat. Alle Masse findet Ihr in unseren Grössentabellen; für Vereine, Ensembles und Veranstalter, die eine ganze Gruppe ausrüsten, gelten unsere Mengen- & Firmenrabatte.

Ob Ihr eine Beratung zur richtigen Materialstärke braucht, wissen wollt, welcher Gambeson unter welchen Harnisch gehört, oder in welcher Reihenfolge Ihr über die nächsten Jahre aufbaut: Fragt uns. Wir tragen dieses Zeug selbst — und sagen Euch auch dann ehrlich, was Ihr braucht, wenn die ehrliche Antwort lautet, dass ein einzelnes gutes Teil mehr wert ist als ein ganzes günstiges Set.

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