Saxe und Messer – das Stück, das jeder am Gürtel trug
Wer eine Gewandung zusammenstellt, denkt zuerst an Tunika, Gürtel und Schuhe. Das Stück, das die Darstellung am schnellsten glaubwürdig macht, hängt aber meist übersehen daneben: ein Messer am Gürtel. Im Frühmittelalter besass praktisch jeder eines. Es war Werkzeug, Essbesteck und Statuszeichen in einem — und in den Gräberfeldern der Zeit findet es sich häufiger als jede andere Beigabe.
In dieser Kategorie führen wir diese Stücke in stumpfer Ausführung: Saxe, Wikingermesser und Bauernwehren für Gewandung, Darstellung und Sammlung.
Was ein Sax ist – und warum er kein Schwert ist
Der Sax ist eine einschneidige Klinge mit gerader Schneide und markantem Rücken, ohne Parierstange und ohne die Symmetrie eines Schwerts. Er stammt aus dem Messerbau, nicht aus der Schwertschmiede — und wurde entsprechend anders geführt.
Sein Name hat Geschichte gemacht: Die Sachsen tragen ihn nach dieser Waffe. Verbreitet war der Sax bei Franken, Merowingern, Angelsachsen und später bei den Wikingern, also weit über den nordischen Raum hinaus und über mehrere Jahrhunderte hinweg. Wer ihn heute als „Wikingersax" sucht, meint meist die nordische Ausprägung — historisch gehört er einer viel breiteren Familie an.
Kurzsax, Breitsax, Langsax
Die Spannweite ist beträchtlich, und sie entscheidet über die Wirkung an der Gewandung. Der Kurzsax mit etwa 15 bis 25 Zentimetern Klinge ist das alltägliche Gebrauchsmesser — unauffällig, praktisch, für fast jede Darstellung passend. Der Breitsax ist kräftiger gebaut und liegt im Bereich eines kurzen Schwerts. Er wirkt deutlich martialischer und passt zu Kriegerdarstellungen. Der Langsax reicht mit 50 bis 70 Zentimetern fast an einen Einhänder heran und war eine ausgewachsene Waffe. Als Blickfang an der Gewandung ist er das eindrucksvollste Stück dieser Familie.
Dazu kommt die Bauernwehr des Spätmittelalters — ein grosses Gebrauchsmesser mit charakteristischem Nagel am Griff, das dem einfachen Volk erlaubt war, wo Schwerter es nicht waren.
Getragen wurde er quer – mit der Schneide nach oben
Ein Detail, das viele Darstellungen falsch machen: Der Sax hing nicht senkrecht an der Hüfte wie ein moderner Dolch. Er wurde waagrecht vorn am Gürtel getragen, die Schneide nach oben, in einer Lederscheide, die mit Nieten oder Riemen am Gürtel befestigt war. So lag er griffbereit und störte weder beim Gehen noch beim Sitzen.
Wer seine Darstellung ernst nimmt, achtet also nicht nur auf die Klinge, sondern auch auf die Scheide und deren Aufhängung. Viele unserer Saxe kommen mit passender Lederscheide; die dazugehörigen Gürtel findet Ihr bei den Accessoires.
Deko heisst stumpf
Die Stücke in dieser Kategorie sind nicht geschliffen. Sie sind gemacht für Gewandung, Darstellung, Sammlung und Präsentation — und gerade auf dem Mittelaltermarkt ist eine stumpfe Klinge oft die klügere Wahl, weil sie unbedenklich getragen werden kann und trotzdem vollständig aussieht.
Wer eine funktionsfähige, geschliffene Klinge sucht, findet sie bei den geschliffenen Waffen. Für den Kontakt im Schaukampf führen wir eigene, dafür geprüfte Ausführungen.
Und auch stumpfer Stahl will gepflegt sein: Ein Karbonstahl-Sax bekommt ohne Öl Flugrost. Hinweise dazu findet Ihr unter Reinigung & Pflege.
Drachenhort – Schweizer Shop für Saxe und Messer
Im Drachenhort führen wir Saxe, Wikingermesser und Bauernwehren von Herstellern, deren Verarbeitung wir kennen. Wir achten auf sauber gefasste Griffe, stimmige Klingenformen und Scheiden, die halten, was sie sollen. Bei Fragen zu Länge, Trageweise oder zur passenden Epoche beraten wir Euch gerne — und im Showroom in Kirchberg könnt Ihr ein Sax in die Hand nehmen, bevor Ihr Euch entscheidet.
Entdeckt jetzt unsere Saxe und Messer und ergänzt Eure Gewandung um das Stück, das im Frühmittelalter niemand missen wollte.

