Buckler und Faustschilde – der Schild, der in die Faust gehört
Von allen Schilden ist der Buckler der am meisten unterschätzte. Er ist klein, unscheinbar und wirkt neben einem Rundschild fast wie Zubehör. Tatsächlich war er über Jahrhunderte hinweg der meistgetragene Schild Europas — und der einzige, den man ständig bei sich hatte.
Der Grund liegt in seiner Grösse: Ein Buckler von 25 bis 35 Zentimetern hängt am Gürtel oder am Schwertgehänge und stört nicht. Wer eine Reise antrat, einen Markt besuchte oder abends durch die Gasse ging, hatte ihn dabei. Ein Rundschild nimmt man mit in die Schlacht. Einen Buckler nimmt man mit ins Leben.
Der Griff macht den Unterschied
Ein gewöhnlicher Schild wird mit Riemen am Unterarm befestigt und passiv vor den Körper gehalten. Ein Buckler nicht. Er wird in der Mitte gefasst, hinter dem hohlen Schildbuckel, und am ausgestreckten Arm geführt. Daraus folgt alles Weitere. Weil er weit vorn ist, deckt er trotz geringer Grösse einen weiten Winkel ab — dasselbe Prinzip wie beim Daumen vor dem Auge. Weil er beweglich in der Faust liegt, deckt er vor allem die Schwerthand, die im Fechten am meisten gefährdet ist. Und weil nichts ihn festhält, lässt er sich aktiv einsetzen: die gegnerische Klinge binden, zur Seite schlagen, mit dem Buckel zustossen. Ein Buckler ist damit kein Schutz, hinter den man sich stellt, sondern eine zweite Waffe.
Das älteste Fechtbuch Europas handelt vom Buckler
Wer wissen will, wie ernst diese Waffe genommen wurde, muss nur schauen, womit die europäische Fechtliteratur beginnt. Die Handschrift I.33, entstanden um 1300 und heute in den Royal Armouries in Leeds, ist das älteste erhaltene Fechtbuch des Abendlandes. Sie behandelt kein Langschwert und keine Turnierlanze — sie behandelt auf ihren gesamten Seiten Schwert und Buckler.
Diese Kombination war über Jahrhunderte die Fechtweise der Bürger, Studenten und Reisenden. Sie war so verbreitet, dass sie eine Redewendung hinterlassen hat: Im Englischen entstand aus dem lauten Aufeinanderschlagen von Klinge und Schild — dem swashing des bucklers — das Wort swashbuckler, der Haudegen und Grosssprecher.
Worauf es beim Kauf ankommt
Durchmesser. Der übliche Bereich liegt zwischen 25 und 35 Zentimetern. Kleiner ist schneller und verzeiht weniger, grösser deckt mehr und ermüdet eher. Für den Einstieg ist die Mitte dieses Bereichs meist die richtige Wahl. Stahlstärke und Gewicht. Ein Buckler muss einhändig über eine ganze Trainingseinheit führbar bleiben. Zu leicht wird er im Kontakt verbeult, zu schwer kostet er nach zwanzig Minuten die Präzision. Die Kante. Der wichtigste und am häufigsten übersehene Punkt. Für Kontakt im Training oder Schaukampf sollte der Rand umgebördelt oder sauber gerundet sein — eine scharfkantige Stahlscheibe ist gegenüber Trainingspartnern nicht vertretbar. Für reine Darstellung und Deko spielt es keine Rolle. Griff und Buckelform. Der Griff sitzt hinter dem Buckel und ist je nach Modell aus Stahl, Holz oder mit Leder umwickelt. Die Buckelform — flach, konisch oder halbrund — bestimmt, wie viel Platz die Faust hat und wie der Schild Treffer ableitet.
Faustschilde nennen wir Ausführungen, die demselben Prinzip folgen, aber von der klassischen runden Form abweichen. Handhabung und Griffprinzip sind identisch.
Was dazu passt
Der Buckler wurde zusammen mit dem Einhänder geführt — passende Klingen findet Ihr bei den Kurzschwertern und Einhändern. Getragen wurde er am Schwertgürtel. Und wer im Kontakt trainiert, sollte über Handschutz nachdenken — der Buckler deckt die Hand gut, aber nicht immer.
Drachenhort – Schweizer Shop für Buckler und Faustschilde
Im Drachenhort führen wir Buckler in verschiedenen Durchmessern, Stärken und Buckelformen. Wir achten auf sauber verarbeitete Ränder, feste Griffe und ein Gewicht, das sich auch nach der dritten Runde noch führen lässt. Bei Fragen zu Grösse, Stärke oder Eignung für Euer Regelwerk beraten wir Euch gerne — und im Showroom in Kirchberg könnt Ihr einen Buckler in die Hand nehmen. Bei einem Schild, der in der Faust liegt, entscheidet genau das.
Entdeckt jetzt unsere Buckler und Faustschilde — den Schild, der nicht wartet, sondern mitarbeitet.

