Flug der Legenden: Präzision mit Pfeilen, Bolzen & Sehnen
Stellt Euch vor, Ihr steht auf dem Wall einer Schweizer Burgruine oder tief im Forst des Juras. Ihr legt den Pfeil auf, spürt die Spannung der Sehne unter den Fingern und das leise Knacken des Holzes. In diesem Moment zählt nur eines: dass die Ausrüstung hält.
Ein Schütze ist nur so treffsicher wie das schwächste Glied seiner Kette. Hier findet Ihr die Glieder einzeln — Fertigpfeile und Armbrustbolzen, handgeschmiedete Pfeilspitzen nach historischen Fundtypen, flämisch gespleisste Sehnen und das Spannzeug, ohne das eine mittelalterliche Armbrust ein Möbelstück bleibt.
Technik und Tradition: Was Schützen und Jäger wissen wollen
Die häufigste Frage betrifft die Spitzen — und die Antwort ist präziser, als die meisten erwarten. Mittelalterliche Pfeilspitzen sind heute klassifiziert, ähnlich wie Oakeshott die Schwerter geordnet hat. Wir führen zwei dieser Typen ausdrücklich benannt: die Historische Pfeilspitze Typ M — die schmale, kantige Bodkin-Form — und die Typ H mit breiterem, schneidendem Blatt. Wer eine Darstellung auf ein Jahrhundert genau aufbauen will, kauft nicht „eine Pfeilspitze", sondern einen Typ.
Die Bodkins sind nicht alle gleich, und der Unterschied ist funktional: Der Nadelbodkin ist die schlankeste Form, entwickelt, um sich zwischen die Ringe eines Kettenhemds zu schieben. Der grosse Bodkin setzt auf Masse statt Feinheit, der Jagdbodkin auf die Jagd. Dazu die Blattspitze und die Kampfspitze.
Und eine Form, die zeigt, wie speziell Pfeilspitzen gebaut wurden: der Seilschneider. Seine gegabelte Schneide war nicht gegen Menschen gerichtet, sondern gegen Material — Takelage, Zugseile, Zeltleinen. Wer wissen will, wie durchdacht mittelalterliche Kriegstechnik war, muss sich nur diese eine Spitze ansehen. Sie ist auch bei uns die Spitze, die im Showroom am meisten Rückfragen auslöst.
Zur Sehne: Getauscht wird, sobald die Fasern aufrauen, sich Stränge lösen oder die Standhöhe nicht mehr stimmt. Wir führen flämisch gespleisste Sehnen für 58- und 70-Zoll-Bögen sowie Armbrustsehnen in diversen Längen. Wichtig ist die Bogenlänge, nicht der Wunsch — eine Sehne für einen 70-Zoll-Bogen passt nicht auf einen 58er. Messt nach oder fragt uns.
Vom Parcours bis zum Belagerungswall: Euer Equipment im Einsatz
Für den Bogenschützen führen wir fertige Pfeile aus Holz mit Naturfedern: den Fertigpfeil aus Holz in 26 Zoll, den Mittelalterlichen Übungspfeil in 30 Zoll und den Fertigpfeil Agincourt — benannt nach der Schlacht von 1415, in der englische Langbogenschützen den französischen Ritteradel im Schlamm zerbrachen. Für den Nachwuchs gibt es den Holzpfeil Little Archer in 20 Zoll.
Für Armbrustschützen wird es technisch interessant — und hier hat unser Sortiment eine Tiefe, die man selten findet. Eine mittelalterliche Armbrust spannt man nicht mit der Hand. Wie man es stattdessen tat, lässt sich bei uns Stufe für Stufe nachkaufen:
Der Gürtelhaken ist die einfachste Lösung: Haken in die Sehne, Fuss in den Steigbügel, mit den Beinen aufrichten. Der Geissfuss — ein Spannhebel, dessen gegabelte Form ihm den Namen gab — bringt Hebelwirkung ins Spiel. Die Zahnwinde und die Seilwinde des 14. Jahrhunderts schliesslich machten Zuggewichte möglich, die kein Mensch mit blosser Kraft erreicht.
Genau diese Technik ist ein Schweizer Thema. Die Armbrust war die Waffe, mit der sich eidgenössische Städte und Bürgerwehren ausrüsteten — nicht, weil sie edler gewesen wäre als der Bogen, sondern weil ein Bürger sie nach kurzer Übung wirksam führen konnte, während ein Langbogenschütze Jahre brauchte. Die Winde ersetzte das Training. Dass die Armbrust bis heute Wappenzeichen und Sportgerät hierzulande geblieben ist, hat hier seinen Ursprung.
Die Bolzen dazu: Armbrustbolzen mit geschmiedeter Bodkinspitze, dazu ein Armbrustpfeil derselben Machart und Bolzen für die Miniarmbrust im Sechserpack. Die Waffen selbst stehen bei den Fernwaffen, für Polsterwaffen-Regelwerke bei LARP-Armbrüste & Bögen. Transportiert wird alles in Köchern, geübt wird auf Zielscheiben.
Qualität für den perfekten Schuss: Warum sich Profi-Zubehör lohnt
Oft wird gefragt, ob billige Pfeile für den Anfang nicht genügen. Bei Pfeilen ist die Antwort ausnahmsweise eine Sicherheitsfrage. Ein Holzschaft, der beim Auszug bricht, kann die Bogenhand verletzen — deshalb gehört zu jedem Schuss der Blick auf den Schaft und ein kurzes Biegen zwischen den Fingern. Ein Pfeil, der knirscht, wird aussortiert. Immer.
Unsere Schäfte sind aus Holz, unter anderem Fichte, und mit Naturfedern befiedert; die Spitzen sind handgeschmiedet aus Kohlenstoffstahl und Stahl, einzelne antike Formen in Bronze. Handgeschmiedet heisst auch: Jedes Stück ist etwas anders — wer zwanzig identische Spitzen für einen Wettkampf braucht, ist mit Industrieware besser bedient; wer eine Darstellung baut, will genau diese Unterschiede.
Ein Punkt, bei dem wir Euch gerne vorher beraten: Pfeillänge und Schaftsteifigkeit müssen zu Eurem Auszug und Eurem Zuggewicht passen. Ein zu weicher Schaft an einem starken Bogen fliegt nicht gerade und verzeiht keinen Fehler. Sagt uns Euer Zuggewicht und Eure Auszugslänge, bevor Ihr bestellt — das ist die zwei Minuten wert.
Drachenhort – Schweizer Shop für Pfeile, Bolzen & Sehnen
Wenn Ihr Eure Ausrüstung ergänzen oder instand setzen wollt, sind wir Euer Partner in der Schweiz. Wir kennen die Bedingungen auf den Plätzen und wissen, was Wind, Nässe und Kälte mit Holz und Sehnen anstellen. Da wir direkt aus unserem Schweizer Lager versenden, entfallen Zoll, Einfuhrsteuer und Speditionsaufschläge; was sofort lieferbar ist, verlässt uns in der Regel am nächsten Werktag — damit eine gerissene Sehne nicht die halbe Saison kostet.
Wir beraten Euch gerne dazu, welche Spitze zu Eurem Darstellungszeitraum gehört, welche Sehnenlänge Euer Bogen braucht und welches Spannzeug zu Eurer Armbrust passt. Im Showroom in Kirchberg könnt Ihr die Spitzen nebeneinanderlegen — der Unterschied zwischen Nadelbodkin und Typ H ist auf dem Bildschirm kaum zu sehen und in der Hand sofort. Für Vereine und Schützengruppen gelten unsere Mengen- & Firmenrabatte. Was in der Schweiz erlaubt ist, fasst unsere Seite zum Schweizer Waffengesetz zusammen; zur Pflege von Holz, Federn und Sehnen führt Reinigung & Pflege weiter.
Entdeckt jetzt unsere Pfeile, Bolzen & Sehnen und lasst sie fliegen. Das übrige Zubehör für Waffen & Rüstungen findet Ihr in der Übersicht; wo Ihr schiessen könnt, sammeln wir im Mittelalterkalender.

