Mittelalter Westen und Wamse für Männer – Ursprung eines kraftvollen Übergewandes
Willkommen im Drachenhort, Eurer Anlaufstelle für authentische Mittelalter Westen und Wamse für Männer. Kaum ein Kleidungsstück verkörpert die Vielfalt mittelalterlicher Mode so eindrucksvoll wie die mittelalterliche Weste und der mittelalterliche Wams. Beide stehen für Handwerkskunst, Funktionalität, Status und Stil. Doch was macht sie besonders, und warum faszinieren sie uns bis heute?
Die Antwort ist grösser, als man vermutet: Mit dem Wams beginnt die Schneiderei. Bis ins hohe Mittelalter hing Kleidung von den Schultern und wurde vom Gürtel in Form gebracht – Tunika und Rock waren im Grunde geschickt zusammengesetzte Stoffbahnen. Im 14. Jahrhundert entsteht daraus erstmals ein Kleidungsstück, das dem Körper folgt: geschnitten, gefüttert, mit Knöpfen geschlossen. Alles, was wir heute Jacke oder Sakko nennen, stammt von diesem Gewand ab.
Was unterscheidet eine Mittelalterweste von einem Mittelalterwams?
Viele setzen die Begriffe gleich, doch historisch gab es Unterschiede. Die Mittelalterweste ist leichter und kürzer und lässt vor allem Bewegungsfreiheit. Der Wams ist stärker strukturiert, körpernah geschnitten und war das Kleidungsstück, an dem sich die Mode einer ganzen Epoche entschied. Er konnte kunstvoll verziert sein und zeigte den Stand seines Trägers, während die Weste eher alltagstauglich und praktisch blieb.
Ein ehrliches Wort zur Einordnung: Die Weste als eigenständiges Kleidungsstück ist streng genommen jünger als das Mittelalter – sie setzt sich erst im 17. Jahrhundert durch. Auf dem Markt und im LARP ist sie trotzdem das beliebteste Stück dieser Kategorie, weil sie über nahezu jedem Hemd funktioniert und die Gewandung sofort fertig aussehen lässt.
Was passt zu Eurem Charakter? Eine schlichte Mittelalterweste eignet sich für Bauern, Händler, Handwerker und Waldläufer, ein Wams für Ritter, Edelmänner und kampferprobte LARP-Figuren. Über den Filter Darstellung grenzt Ihr direkt ein – neben den genannten steht dort auch der Schmied.
Welchen Zweck erfüllte der Mittelalterwams tatsächlich?
Der Wams war weit mehr als ein modisches Accessoire – er war ein tragendes Bauteil der Gewandung. Seine eigentliche Aufgabe wird heute fast immer übersehen: Er hielt die Beinkleidung. Die Beinlinge wurden mit Nestelbändern durch Ösen am unteren Rand des Wamses angebunden, weshalb das Gewand fest sitzen und stabil gearbeitet sein musste. Wer sich fragt, wozu die Bänder an manchen unserer Wamse dienen – genau dafür. Die passenden Beinlinge und Hosen findet Ihr in der Nachbarkategorie.
Gleichzeitig war der Wams ein Statussymbol. Reiche Farben, Samt, Stickereien und vor allem Knöpfe zeigten Rang – der Knopf war im Spätmittelalter neu und teuer genug, um ihn in Reihen zur Schau zu stellen, auch wo er nichts zu schliessen hatte.
Eine Klarstellung, weil danach oft gefragt wird: Das gepolsterte Kleidungsstück, das unter Kettenhemd oder Plattenrüstung Stösse dämpft, ist der Gambeson – den führen wir bei den Rüstungen. Die Wamse dieser Kategorie sind zivile Gewandung. Wer eine Rüstung tragen will, braucht beides: den Gambeson darunter, das Wams für den Rest des Tages.
Lederoptik, Doublet und gefütterte Wamse – welche Variante passt zu Euch?
Westen und Wamse in Leder und Lederoptik gelten als Favorit unter Mittelalterfans. Robust, markant und vielseitig einsetzbar, geben sie jedem Träger eine fast heroische Ausstrahlung – ob Jäger im Wald, Schmied am Feuer oder Söldner im Lager.
Das Doublet, eng anliegend und oft reich verziert, gehört stilistisch in Spätmittelalter und Renaissance. Der Name der historischen Vorform verrät die Machart: doublé heisst gefüttert, und genau das war das Merkmal – ein Gewand aus zwei Lagen mit Einlage dazwischen, das dem Körper eine Form gab, die er von sich aus nicht hatte. Auf LARP-Veranstaltungen, Mittelalterfesten und bei höfischen Darstellungen ist es das Stück mit der grössten Wirkung.
Für kalte Tage lohnt der Blick auf gefütterte Wamse. Sie halten warm, ohne dass Ihr eine weitere Lage darüberziehen müsst, und sind auf einem Herbstmarkt oder in langen Lagernächten die praktischere Wahl als jedes zusätzliche Hemd. Kommt Wind dazu, hilft ein Mantel darüber.
Pourpoint und andere historische Vorbilder – warum sind sie heute so beliebt?
Der Pourpoint, ein gestepptes, eng anliegendes Übergewand, war im 14. und 15. Jahrhundert unverzichtbar. Sein Name sagt, was ihn ausmacht: Das altfranzösische pourpoindre bedeutet durchstechen, durchsteppen – gemeint ist die Steppnaht, die mehrere Lagen Stoff zusammenhält und dem Gewand seine Struktur gibt.
Berühmt ist der Pourpoint von Charles de Blois aus dem 14. Jahrhundert, eines der wenigen erhaltenen Kleidungsstücke dieser Zeit: aus gemustertem Seidenlampas gefertigt, mit über dreissig Knöpfen und einem Schnitt, der so eng sitzt, dass er nur mit fremder Hilfe zu schliessen war. Er zeigt, wie weit die Schneiderei damals schon gekommen war.
Braucht man das wirklich? Wenn Ihr Wert auf historische Genauigkeit legt, eine Grundlage für die Rüstung sucht oder einen Auftritt mit klarer Linie wollt – ja. Der Pourpoint ist das Stück, das aus einer Gewandung eine Erscheinung macht.
Wie finde ich die richtige Grösse für meine Mittelalterweste oder meinen Wams?
Fällt historische Kleidung anders aus als moderne? Manchmal ja – und bei Wams und Doublet besonders, weil beide körpernah geschnitten sind und anders als eine Tunika keine Reserve haben.
Messt den Brustumfang über der Kleidung, die Ihr darunter tragen wollt, nicht auf der Haut. Und denkt an die Armfreiheit: Ein Wams, das im Stehen perfekt sitzt, kann beim Heben der Arme spannen. Im Drachenhort findet Ihr detaillierte Angaben zu jeder Weste und jedem Wams, die Vergleichswerte stehen in unseren Grössentabellen. Bei Unsicherheit meldet Euch bei uns – wir beraten Euch gern über Kontakt, und in unserem Showroom könnt Ihr anprobieren, was sich schlecht erraten lässt.
Wie pflege ich eine Mittelalterweste oder einen mittelalterlichen Wams richtig?
Auch heute wollen diese Gewänder gut behandelt werden. Leder und Lederimitat bleiben mit gelegentlicher Pflege geschmeidig und brechen nicht an den Knickfalten. Gestepptes Baumwoll- oder Wollmaterial lässt sich meist schonend waschen, sollte aber nicht heiss trocknen, damit Form und Struktur erhalten bleiben – gerade bei gestepptem Futter verzieht sich sonst die Einlage.
Ein Hinweis zu Metallknöpfen: Vor der Wäsche lohnt der Blick, ob sie fest sitzen, und im Trockner haben sie ohnehin nichts verloren. Weitere Hinweise findet Ihr unter Reinigung & Pflege. Ein gut gepflegter Wams begleitet Euch über viele Jahre.
Drachenhort – Schweizer Shop für Mittelalter Westen und Wamse für Männer
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